Energie

Island hat nur wenig eigene mineralische Bodenschätze. In der Vergangenheit war an einigen Stellen Schwefel abgebaut worden, zudem bis vor einigen Jahren am See Myvatn Kieselgur. Dieser Abbau wurde jedoch aus Umweltschutzgründen eingestellt. Derzeit werden in Island lediglich die Rohstoffe für Zement gefördert, die auch vor Ort verarbeitet werden.

Im Gegensatz zum Mangel an mineralischen Rohstoffen kann Island auf ein riesiges Potenzial von regenerativen Energien verweisen. Mehr und mehr werden geothermische Ressourcen erschlossen, hinzu kommt ein forcierter Ausbau von Wasserkraftwerken. Die ermöglichen Island zwar einerseits, ausländische Investitionen solcher Industrien anzuwerben, die einen besonders hohen Energiebedarf haben, wie etwa die Aluminium-Herstellung und -Verarbeitung. Die intensivierte Nutzung der regenerativen Energiequellen steht aber auch in der Kritik der Umweltschutzverbände, die vor der weiteren Zerstörung und Beeinträchtigung der arktischen Natur warnen.

Geothermie

Wird noch ergänzt.

Wasserkraft

Das größte Kraftwerk Islands und eines der größten Europas ist mit einer Leistung von 690 Megawatt das Kraftwerk Kárahnjúkavirkjun nördöstlich des Vatnajökull-Nationalparks. Betrieber ist das isländische Unternehmen Landsvirkjun, eröffnet wurde im November 2007. Der Bau hat über eine Milliarde Euro gekostet.
Gespeist wird das Kraftwerk mit dem Wasser aus drei Reservoirs, die eine Fläche von 57 Quadratkilometern umfassen. Dazu werden die beiden beiden Flüsse Jökulsá á Brú und Jökulsá í Fljótsdalu seit 2006 angestaut. Der Hauptstaudamm mit einer Länge von 700 Metern wurde in Steinschüttung mit Betonabdichtung hergestellt. Er ermöglicht eine Fallhöhe von knapp 200 Metern.
Die Energie des Wasserkraftwerks wird fast ausschließlich im 100 Kilometern weit entfernten Aluminiumwerk Fjarðaál der Firma Alcoa bei Reyðarfjörður verwendet. Das Aluminium wird per Elektrolyse aus dem Erz Bauxit gewonnen. Im Werk wurden mehrere Hundert Arbeitsplätze für das strukturschwache Ostisland geschaffen wurden.

Gebaut wurde überwiegend von ausländischen Firmen, darunter dem Hochtief-Konzern, finanziert unter anderem von der Deutschen Bank, der Postbank, der baden-württembergischen und der nordeutschen Landesbank.
Umwelttschutzorganisationen riefen zum Boykott, worauf sich zwei schwedische Baufirmen aus dem Ausschreibungsverfahren zurückzogen. Der ursprüngliche Investor aus Norwegen, die Firma Norsk-Hydro-Konzern zog sich ebenfalls zurück. Islands Industrieministerium warb daraufhin mit großer Anstrengung den US-amerikanischen Konzern Alcoa ein. Obwohl die Nachfrage nach Aluminium derzeit deutlich nachgelassen hat, wird darüber nachgedacht, das Werk zu erweiteren. Die Ausbaupläne werden jedoch heftig kritisiert, weil große Flächen unzerstörten Naturraumes verloren gingen und gehen würden. Einen ersten Höhepunkt erreichten die Proteste, als die Öffentlichkeit erfuhr, dass Alcoa pro Megawatt-Stunde Elektrizität lediglich 15 Doller berechnet werden. Private Haushalte und isländische Unternehmen bezahlen wesentlich mehr. Landsvirkjun bestritt diese Zahl, aber weder der Energieversorger noch Alcoa haben bisher den tatsächlichen Preis veröffentlicht.

Energieintensive Industrie

Island besitzt mehrere weitere große Staudämme, darunter Búrfell mit einer Leistung von 270 Megawatt, Hrauneyjarfoss mit 210 Megawatt, Sigalda und Blöndulón mit jeweils 150 Megawatt. Zudem gibt es weitere Aluminiumschmelzen: Straumsvík auf der Halbinsel Reykjanes und in Grundartangi im Hvalfjörður. Ein weiteres Werk wird bei Húsavík geplant.