Wirtschaft

Island ist die kleinste Volkswirtschaft in der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. 2016 betrug das Bruttoinlandsprodukt (BIP) etwa 18 Milliarden Euro (Schätzung). Beim Pro-Kopf-BIP mit 54.000 Euro lag Island weltweit auf Platz elf. Nach der Finanzkrise wies die isländische Wirtschaft 2015 bereits zum fünften Mal ein reales Wachstum auf: 2015 um vier Prozent, 2014 um 1,9 Prozent, 2013 um 3,3 Prozent, 2012 um 1,6 Prozent und 2011 um 2,6 Prozent. Die Arbeitslosigkeit lag 2015 bei etwa 4 Prozent und nimmt weiter ab.
Zum Volkseinkommen trägt der Dienstleistungbereich inklusive der Tourismusbranche zu zwei Dritteln, die Industrie zu einem Fünftel und die Fischerei zu einem Zehntel bei. Wichtigste Ressourcen des Landes sind die Meeres- und Energieressourcen. Industriezweige sind der Maschinenbau, Anlagen und Ausrüstungen für die Lebensmittelindustrie, Informationstechnologie und Software sowie Medizin und Pharmazie. Die Tourismusbranche wuchs in den letzten Jahren jährlich um rund 20 Prozent. 2014 wurden auf Island knapp eine Million Besucher gezählt, für 2016 liegen die Schätzungen bei 1,7 Millionen, damit verzeichnet das 103 mal so große Land ebenso viele Besucher wie der Inselstaat Malta. Teilweise führen die Touristenzahlen zu Engpässen bei den Hotelunterkünften. Insbesondere in Reykjavík werden deshalb neue Hotels gebaut. Naturschutzorganisationen fürchten die Zerstörung der empfindlichen Naturräume in den Touristenschwerpunkten.
In den vergangenen Jahren wurden die Energiewirtschaft und energieintensive Industrien (Aluminium- und Siliciumherstellung) stark ausgebaut, da das Land preiswerte Elektrizität aus Wasser- und Geothermiekraftwerken zur Verfügung stellen kann. Die Isländer kommen zudem in den Genuss besonders günstiger Energiepreise, da auch die Gebäude überwiegend (zu 90 Prozent) per Fernwärme aus geothermischen Quellen beheizt werden. Auch die Haushaltselektrizität stammt zu hundert Prozent aus erneuerbaren Energien, wobei die Wasserkraft einen Beitrag von 75 Prozent liefert, die Geothemie von 25 Prozent. Im Rahmen eines Energy-Master Plan erforscht Island weitere Potenziale sowie die Ausbaumöglichkeiten und Standorte für die Energiegewinnung.